Kategorien
Investment Motivation Sparen

Vom Lehrer zum Millionär – Andrew Hallam: seine Regeln über Reichtum, die du hättest in der Schule lernen müssen

Von mir auf Deutschland übertragen.

Wie wird man MILLIONÄR mit ETFS in 20 JAHREN?

Andrew Hallam, aus Kanada, war bereits mit Ende 30 mehrfacher Millionär. Er ist ehemaliger Lehrer, hatte kein eigenes Business, hat nicht geerbt, hatte drei Geschwister, sein Vater war Mechaniker und die Mutter Mindestlohn-Verkäuferin. Dennoch ist er sehr reich geworden durch ein simples Investment in ETFs bzw. Indexfonds mit nur 1h Aufwand im Jahr. Das glaubst du nicht? Mir ging es erst genauso. Da ich selbst Lehrer bin, war das Buch für mich umso interessanter.

An diesem Beispiel möchte ich dir zeigen, dass du dein Geld und dein Investment selbst in die Hand nehmen kannst und zwar mit einer ganz simplen Methode. Du musst keine Unternehmenszahlen lesen können, um in Aktien zu investieren. Du brauchst keinen Bank- oder Finanzberater mehr und kannst alles innerhalb von 1 bis 2 Tagen von zu Hause selbst organisieren. Ich beziehe in diesem Blogbeitrag all seine Methoden so gut es geht auf Deutschland, sodass du es direkt nachmachen kannst. Andrews Buch ist in 9 Regeln über Reichtum aufgeteilt, die ich hier etwas verkürzen werde, um sie besser verstehen zu können.

1. Gib‘ Geld aus als würdest du „REICH“ WACHSEN wollen

Was meint er damit? Generell sagt er, man solle auf Kredite in jeglicher Form verzichten, vor allem sollte man keine Kredite für Konsumgüter nutzen. Hier solltest du erst hinterfragen, ob du etwas wirklich brauchst und es dir erst dann kaufen. Mit Krediten sind ebenfalls Finanzierungen etc. gemeint. Man glaubt immer, dass Millionäre extrem teure Autos fahren. Am Beispiel der USA widerlegt er diese Annahme, denn im Jahr 2009 besaßen Millionäre hier nur ein Auto mit dem durchschnittlichen Wert von 31667$. Als Beispiel nennt er seinen Millionärsfreund Nathan, der nie mehr als 6000$ für ein Auto ausgibt. Ebenfalls listet er Warren Buffett, Investor-Milliardär aus Omaha, Nebraska, der sich nicht viel aus Autos macht. Besonders, so sagt Hallam, hat ihm eine frugale Lebensweise sehr viel gebracht und es erhöhe generell die Chancen schneller reich zu werden.

Reichtum bedeutet für jeden etwas anderes. Doch betrachten wir Reichtum in finanzieller Hinsicht, sagt Hallam als mehrfacher Millionär, dass es für ihn Folgendes bedeutet:

  1. genügend Geld um nie wieder arbeiten zu müssen
  2. 2x das Durchschnittseinkommen des Landes in dem man lebt (passiv)

Bezieht man Punkt 2 auf Deutschland, listet Statista das jährliche Durchschnittseinkommen einer ledigen Arbeitnehmerin bzw. eines ledigen Arbeitnehmers als 23663€ (Netto). Demnach gehen wir hier von einem passiven Einkommen in seinem Sinne von Reichtum von 47326€ aus.

2. Nutze deinen besten Investment-Freund den ZINSESZINS!

Im englischen Sprachraum ist der Zinseszins bekannt als Compound Interest. Nach Hallam sei dieser super einfach zu verstehen und man solle die Kraft des Zinseszinses nicht unterschätzen. Würde man durchschnittlich 10% Rendite erhalten (etwas hochgegriffen, ja ich weiß, aber er nutzt diese Zahl, da er diese Werte erhalten hat) und nur 100€ einmal in ein globales Aktienportfolio legen, erhielt man nach Jahren folgende Werte:

1. Jahr: 100€

2. Jahr: 110€

5. Jahr: 161,05€

20. Jahr: 672,74€

50. Jahr: 11739,08€

100. Jahr: 1.378.061,23€

Warum ist das so? Im ersten Jahr würden die 100 € mit 10% verzinst. Entsprechend hätte man im ersten Jahr 10€ hinzugewonnen und im zweiten Jahr würden 110€ mit 10% verzinst. Im dritten Jahr wären es 121, die mit 10% verzinst würden und so nimmt der Zinseszins seinen Lauf. Wie man jedoch daran erkennen kann, spielt es eine sehr große Rolle wie lange man investiert ist und ebenfalls wie viel man investieren kann, obwohl jeder Beitrag, auch wenn er noch so klein ist, zählt. Sein Motto ist also:

FRÜH ANFANGEN UND IMMER INVESTIERT BLEIBEN!

Bei einer Gehaltserhöhung solle man die Hälfte monatlich zum Investment hinzufügen und die andere Hälfte für sich nutzen. Das mache ich ebenfalls. Eine super Idee, man merkt gar nicht, dass man spart bzw. investiert, da man nicht die volle Gehaltserhöhung für unnütze Dinge ausnutzt.

3. Wenige Gebühren und NUR Indexfonds

Viele Menschen behaupten man solle Einzelaktien wählen und könne dadurch eine bessere Rendite erzielen? Ja, das stimmt. Man KÖNNE!!! Was haben Paul Samulson (1970), Marton Miller (1990), Robert Merton (1997) und Daniel Kahnemann (2002) gemein? Sie sind nicht nur alle Träger des Wirtschaftsnobelpreises, sondern sie empfehlen die Investition in INDEXFONDS bzw. ETFs. KEINE EINZELAKTIEN! Die cleversten Ökonomen zeigen es uns also genau auf. Ein Indexfonds ist ein Fonds, der breit gestreut, alle Aktien eines Indizes besitzt bzw. einen repräsentativen Teil davon, z.B. des MSCI World (ca. 1600 Unternehmen). Ein Indexfonds in seiner Urform wurde über Institutionen erworben. Ein ETF ist ebenfalls ein Indexfonds, der jedoch über eine Börse gehandelt werden kann. Eine Investition kann als Einmalanlage oder als Sparplan (monatlich, vierteljährlich, etc.) erfolgen. Ich habe hier zusammengefasst, worauf man seiner Meinung nach beim Investieren in einen ETF achten muss, meine Ideen hinzugefügt und dies auf Deutschland bezogen:

  1. Sparplan: je Sparintervall fallen Gebühren an. Bietet die Bank einen Festpreis (Bsp.: 1 – 1,50 €) , wie z.B. die DKB oder Onvista? Sinnvoll bei höheren Beträgen. Berechnet die Bank prozentual (Bsp.: 1,5-1,75%), wie z.B. die Comdirect oder ING? Sinnvoll bei niedrigen Beträgen unter oder bis 100 Euro.
  2. Einmalanlage: Hier sollte man sich anschauen, wie hoch die Gebühren für eine Einmalanlage sind. Dies sind andere Preise im Vergleich zum Sparplan. Hier nennt Hallam seine „Rule of Thumb“: Niemals mehr als 1% für jede Zahlung, egal ob Einmalanlage oder Sparplan.
  3. TER: Total Expense Ratio: Dies sind die Kosten, die dich der ETF zusätzlich im Jahr kostet. Hier würde ich ein absolutes Maximum von 0,6% festlegen, bestenfalls 0,2% oder weniger. Dies ist sehr sehr wichtig!
  4. Ertragsausschüttung: Ein thesaurierender Indexfonds legt die Erträge aus den Dividenden direkt wieder an, ein ausschüttender Fonds überweist sie dir aufs Konto. Auf lange Sicht empfiehlt Hallam hier einen thesaurierenden ETF.
  5. Größe des ETFs: Die Fondsgröße sollte bestenfalls über 500 Millionen € sein.
  6. Art des Fonds: optimierte oder vollständige Replikation (my favorite). Nicht synthetisch.

4. Besiege deinen Gegner im Spiegel

Du glaubst du könntest besser abschneiden als der Markt, indem du die einzelnen Aktien auswählst oder glaubst du müsstest zum möglichst besten Zeitpunkt in den Markt einsteigen? Niemand kann das verlässlich. Dass du überhaupt investiert bist, ist das Wichtigste und möglichst besonders lange. Außerdem sollte man sich hier der Meinung von Hallam und Buffett annehmen, die beide Indexfonds empfehlen und großen Wert darauf legen sich bewusst zu machen, dass man kleine Unternehmensanteile kauft und diese entsprechend nicht ständig verkaufen sollte.

Hallam sagt hier, die beste Methode sei zu hoffen, dass der Markt lange nicht steigt während man investiert, da man dann zu jedem Zeitpunkt billig Unternehmensanteile kaufen kann. Außerdem beschreibt er was man tun solle, wenn der Markt aufgrund einer Katastrophe oder eines anderen Vorkommnisses plötzlich sehr tief nach unten schießt. Er empfiehlt Ruhe zu bewahren und genügend Geld zusammenzukratzen und besonders dann nachzukaufen, da man jetzt „ON SALE“ kauft. So hat er es beispielsweise während 9/11 gemacht, wo die Menschen viele Anteile ihrer Unternehmen verkauften.

5. Der sichere Anteile des Portfolios

Hallam rät dazu einen Anteil seines Investments in kurzfristige Anleihen (1-3 Jahre) und bestenfalls Staatsanleihen (im Notfall auch gute Unternehmensanleihen) zu einer festen Prozentzahl zu legen. Er sagt man könne die Anleihen in Höhe des eigenen Alters wählen oder, wer es etwas opportunistischer mag nimmt „Pi-mal-Daumen“ Alter minus 10-20 (im Ergebnis als Prozentwert). Demnach müsste ich mit 31 Jahren (jetzt) ca. 11-21% in Anleihen investieren. Da sich Anleihen jedoch momentan nur wenig rentieren und im Minusbereich rumdümpeln, empfiehlt sich hier meiner Meinung nach ein Tagesgeldkonto. Ich bin dennoch zu 100% in ETFs (ca. 91%), P2P (6%) und Krytowährungen (4%) investiert, da ich einen langen Anlagezeitraum von mindestens 20 bis 30 Jahren habe.

Hätte man nach Hallam also 80% in ETFs und 20% in Anleihen, solle man ein Mal im Jahr ein Rebalancing durchführen. Wären die ETFs schlecht und die Anleihen gut gelaufen und man hätte am Ende des Jahres plötzlich eine Allokation von 70% ETFs und 30% Anleihen, solle man 10% der Anleihen verkaufen und 10% der ETFs billig nachkaufen. Dies würde verursachen, dass man teuer verkauft und billig nachkauft! Die meisten Anleger machen das Gegenteil.

Ebenfalls beschreibt er, wie und wo man einen ETF kaufen kann sowie, dass es ebenfalls Firmen gibt, die für einen automatisch investieren. In Deutschland gibt es beispielsweise fondsgebundene Lebensversicherungen, wo man einen Indexfonds auswählen kann und auch Banken, die bereits einen Fonds anbieten, der Anleihen miteinbezieht und wo das Rebalancing automatisch durchgeführt wird. Bsp.: ARERO Weltfonds. Hier fehlt mir jedoch die Flexibilität. Ich mache lieber mein eigenes Ding!

6. Wie du Bank- bzw. Finanzberater abwehrst

Man muss wissen, dass Finanzberater Geld verdienen möchten. Sie erhalten Provisionen. Sie werden dir sagen, dass sie einen Fonds haben, der in den letzten 10 Jahren besser abgeschnitten hat als der Indexfonds/ETF (DEN DU MÖCHTEST!) im Vergleich. Solltest du auf einen ETF bestehen, z.B. auf den MSCI World, werden die Berater stur werden und dir wahrscheinlich sagen, dass sie diesen nicht anbieten. Lass‘ dich davon nicht einschüchtern. Hallam hat mehrere bekannte zu Banken geschickt und den Live-Test gemacht. Ohne Erfolg. Man investiert besser selbst!

Ein Fonds der nicht auf einem Index basiert, ist in der Regel deutlich teurer, hat einen Fondsmanager, der das Unternehmen potenziell verlassen kann und der Fonds überlebt deine Lebens- bzw. Investitionszeit in der Regel nicht. Du möchtest jedoch nach Hallams Schema für immer investiert bleiben.

VoraussetzungenETF (auf einen Index: Bsp.: MSCI World)gemanagter Fond der Bank
TER0,05 bis 0,6% (bestenfalls)1 bis 3% (geschätzt)
Beispiel: monatliches Investment von 100 € als 20-jähriger bis zur Rente (47J.)ca. 450000€ (bei 0,2% TER)ca. 290000€ (bei 1,5%TER)
(alle Zahlen sind exkl. Kapitalertragssteuer)

Mit einem Unterschied an jährlichen Kosten von nur 1,3%, hast du bei einem gemanagten Fonds ca. 160000€ weniger im Depot. Deshalb informiere dich genau, dass dein ETF auch wirklich nur einen Index wiedergibt und sehr geringe Kosten hat.

Das End vom Lied? Kümmere dich selbst um deine Finanzen und dein Investment: Online-Banken haben geringe Gebühren und man kann einfach ein Konto und ein Depot freischalten. Beispiele sind hier: Comdirect, DKB, Onvista, Consorsbank, ING, uvm. Ich bin bei der DKB und bei der Comdirect.

7. Vermeide Verführung

Hallam sagt, dass irgendwann und oftmals zu Beginn die Verführung kommen wird dich mit anderen Investments zu beschäftigen, wie z.B. Einzelaktien. Ihm und mir ging es ebenfalls so, dass ich anfangs etwas Geld verbrannt habe, dennoch ist es gut, wenn man so früh wie möglich auf die Fresse fliegt. Die wenigsten schlagen einen ETF auf einen Index mit ihren Investments. Außerdem braucht man dafür nur 1h im Jahr. Unfassbar, wie ich finde. Gold ist seiner Meinung nach kein Investment. Dazu habe ich ein Youtube-Video hochgeladen, in dem man die historische Daten sehen kann.

WARUM JETZT IN AKTIEN INVESTIEREN? Gefahren, Chancen & meine Entscheidung

Abschließend empfiehlt Hallam folgende Asset Allokation im Investment Portfolio. Die Höhe des Anteils an Anleihen und ETFs sollte jede/r hinsichtlich seines Anlage oder Investitionszeitraums selbstständig auswählen. Den Anleihenanteil in Höhe des Alters zu halten, finde ich nicht immer unbedingt sinnvoll, da ich als 70-jähriger gerne mehr als 30% Aktien besitzen möchte. Da gefällt mir Alter minus 10-20 etwas besser.

Hier sein Beispiel für eine Allokation eines 30-jährigen, von mir übertragen aus seinen Angaben auf Deutschland bzw. Europa.

Asset Allokation nach Hallam bezogen auf Europa

Einige Kritiker kritisieren hier zurecht, dass man in diesem Fall das eigene Land (oder hier Europa) übergewichten würde. Hallam wählt diese Herangehensweise, um Währungsschwankungen ausgleichen zu können, da Internationale Indexfonds bzw. ETFs meist in $US aufgelegt sind. Gerd Kommer sagt hier jedoch, dass sich diese Schwankungen auf längere Zeit ausgleichen und irrelevant werden.

Ich habe ebenfalls eine leichte Übergewichtung des Europaanteils im Portfolio, bespare diesen aber nicht mehr, da ich mein Portfolio möglichst simple halten möchte und ebenfalls glaube, dass sich die Währungsschwankungen irgendwann ausgleichen.

Jetzt denkt ihr doch wahrscheinlich, dass man die ETFs ja irgendwann mal verkaufen müsse, um etwas davon zu haben. Völlig korrekt. Hier beschreibt Hallam ein Paar, dass seine Jobs kündigte als sie 500.000$ im Depot hatten und seither jährlich etwas weniger als 4% entnehmen. Die Rechnung geht auf, man muss sich nur mit etwas weniger als 4% zufrieden geben, wenn das Portfolio mal schrumpft. Außerdem, so meine ich, muss man seinen Job nicht vollständig aufgeben, nur weil man nun finanziell frei ist. Man kann sich nun evtl. den Job suchen, den man schon immer haben wollte, der aber nicht genügend Geld abwirft, sich selbstständig machen oder frugal von dem Investment leben. Die Magie des ZINSESZINSES macht’s möglich!

MEIN FAZIT

Ich finde es beeindruckend, wie Andrew Hallam es durch Minimalismus und eine konkrete Strategie schaffte innerhalb nicht einmal 20 Jahren Millionär zu werden. Er lebt jetzt völlig frei, reist mit seiner Frau um die Welt, hält Vorträge über seine Investmentstrategie und muss nicht mehr arbeiten. Sein Portfolio wächst immer weiter, da er immer investiert bleibt und jährlich nur einen kleinen Anteil herausnimmt. Es zeigt uns, dass man kein großes Business braucht oder ein riesiges Monatseinkommen, um sehr reich zu werden. „Reich wirken“ bringt auf lange Sicht also definitiv nichts!

Sein Motto

Frugale Lebensweise, Zinseszins und die 4%-Regel!

Für mich heißt frugal leben nicht auf ALLES zu verzichten, um zu investieren oder zu sparen, sondern sich mit weniger zufrieden zu geben. Ich werde versuchen mir ein Beispiel an Andrew zu nehmen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s